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Vorbereitungen für den Kinderwunsch

Vorbereitungen für den Kinderwunsch

Sie beginnt also nun – eure Reise des Elternwerdens. Denn ja, ich finde diese beginnt schon, wenn der Wunsch in euch aufkommt ein Kind zu bekommen. Und auch ganz zu Beginn dieser Reise gibt es schon ein paar Dinge, die ihr vorbereiten und beachten könnt. Um was es da genau geht, möchte ich euch hier etwas näherbringen.

 

Arztbesuch

Wenn der Kinderwunsch bei euch ansteht, ist es sinnvoll dir Termine bei deinem Haus-, Frauen- und Zahnarzt/ -ärztin zu machen. Denn einige Untersuchungen sollten am besten nochmal vor der Schwangerschaft durchgeführt werden.

 


Lasse bei deiner Hausärztin/deinem Hausarzt gerne eine Blutbilduntersuchung durchführen, um einen möglichen Nährstoffmangel zu erkennen und vor der Schwangerschaft beheben zu können. Außerdem ist es sinnvoll deine Impfungen überprüfen zu lassen, da viele Auffrischimpfungen in der Schwangerschaft und/ oder Stillzeit nicht empfohlen werden.

 

Falls du regelmäßig Medikamente einnimmst, sollte die Dosierung und das Präparat nochmal besprochen werden, da auch hier nicht alle Medikamente für die Schwangerschaft empfohlen werden.

 


Mit deiner Gynäkologin/deinem Gynäkologen kannst du über die Einnahme von Folat (5-MTHF) sprechen. Denn dies wird auch in der Kinderwunschzeit empfohlen. Außerdem ist es sinnvoll nochmal eine Krebsvorsorge in Form eines Pap-Abstrichs durchführen zu lassen.

 


Da ein ungesunder Zahnstatus und manche Bakterien im Mundraum die Fruchtbarkeit bzw. Frühschwangerschaft negativ beeinflussen können, würde ich dir empfehlen bei bestehendem Kinderwunsch deinen Zahnarzt aufzusuchen. Dieser wird dir vermutlich eine professionelle Zahnreinigung empfehlen.

 


Good to know: Zur Schwangerenvorsorge gehört auch die Aufklärung zur Mundhygiene. Und auch in der Schwangerschaft ist ein erneuter Zahnarztbesuch empfohlen, da zum Beispiel durch die Hormone das Risiko für Zahnfleischentzündungen steigt.

 


Für deinen Partner gilt im Übrigen dasselbe. Ein Check-Up beim Arzt durchführen zu lassen, ist auch für ihn eine gute Idee.

 

Ernährung und Lebensstil

Die Ernährung hat sehr große Auswirkungen auf unseren Hormonhaushalt und gerade beim Kinderwunsch ist das perfekte Zusammenspiel vieler Hormone im Körper sehr wichtig.

Deshalb gilt auch schon in der Kinderwunschzeit – du isst für Zwei!

 

Bzw. in diesem Fall heißt es genauer gesagt – ihr esst für Drei! Denn ja, die Ernährung hat unter anderem auch große Auswirkungen auf die Spermienqualität. Aber bitte nicht falsch verstehen! Denn dieser Vorsatz ist nicht auf die Menge eures Essens bezogen, sondern auf die Verantwortung, die ihr ab jetzt nicht nur für euch selbst tragt.
Da das Thema richtige Ernährung in der Kinderwunschzeit aber sehr umfangreich ist, habe ich dafür nochmal einen extra Blogpost verfasst. Schau da also gerne vorbei!

 

Nicht ganz weit weg von dem Thema Ernährung müssen wir uns auch einmal dem Thema Gewicht und Fitness widmen. Kurzer Hinweis: Ich beziehe mich in diesem Thema nur auf die gesundheitlichen Auswirkungen von Über- und Untergewicht und möchte damit keinesfalls äußerliche Körperformen kritisieren.

 

Wenn du oder dein Partner an Über- oder Untergewicht leiden, nehmt den bestehenden Kinderwunsch als Motivation euch eurer Gesundheit zu widmen und auf eine gute Ernährung und ausreichend Bewegung zu achten. Denn beide Gewichtsabweichungen beeinflussen den Hormonhaushalt enorm und können dadurch zum Beispiel Zyklusstörungen, Minderung der Qualität von Eizellen und Spermien, abnehmende Libido und Schwierigkeiten bei der Aufrechterhaltung der Schwangerschaft hervorrufen.

 

 Versucht also gemeinsame, regelmäßige Bewegung und mindestens drei gute, vollwertige Mahlzeiten in euren Alltag einzubauen.

 


Das Abnehmen und auch zu starke Zunehmen in der Schwangerschaft bringt viele Nachteile mit sich. Bemüht euch deshalb am besten schon in der Kinderwunschzeit euren Lebensstil zu verbessern.

 

Neben schlechter Ernährung und zu wenig Bewegung können jedoch auch viel Stress und Schlafmangel Hormonschwankungen auslösen. Gezielte Auszeiten im Alltag, Meditation oder Yoga können sich zum Beispiel positiv auf das Stresslevel auswirken.

 

 Außerdem ist es sinnvoll euren Schlaf zu priorisieren und auf regelmäßige Schlafzeiten mit ca. 7-9 Stunden Schlaf zu kommen. Weniger Bildschirmzeit vor dem Schlafengehen und ein deutlich abgedunkeltes Schlafzimmer führen meist zu einer erhöhten Melatonin-Produktion (Melatonin = Schlafhormon) und dadurch zu einem besseren und erholsameren Schlaf.

 

Fruchtbarkeit und Zyklus – wann bin ich als Frau fruchtbar?

Wenn ihr einen großen Kinderwunsch habt und es nicht nur „drauf anlegen“ wollt, ist es vermutlich sinnvoll deinen fruchtbaren Zeitraum zu ermitteln. Doch dies ist tatsächlich gar nicht so einfach herauszufinden. Denn nur ca. 3% aller Frauen haben einen regelmäßigen Zyklus von ca. 28 Tagen. Die Allermeisten also haben dort Unregelmäßigkeiten oder deutlich längere oder kürzere Zyklen. Falls du also keinen lehrbuchmäßigen 28-Tage-Zyklus hast, musst du dir erstmal keine Sorgen machen.


Um die Fruchtbarkeit von Frauen noch besser zu verstehen, hier nochmal ein kleiner Exkurs zu den weiblichen Zyklusphasen anhand des Vier-Phasenmodells:

Dieses Modell beinhaltet die Follikelphase, den Eisprung, die Lutealphase und die Menstruation. Es beginnt also mit der Follikelphase, in der bis zu 20 Follikel im Eierstock stimuliert werden und dann beginnen zu reifen.

 

Die Gebärmutterschleimhaut fängt an sich aufzubauen und sich so auf eine mögliche Einnistung vorzubereiten. Der Eisprung erfolgt dann bei den meisten Frauen zwischen dem 10. und 20. Zyklustag. Die Eizelle ist jetzt ca. 12-18 Stunden befruchtungsbereit. Aber keine Sorge, denn die gesamte fruchtbare Zeit ist länger, da die Spermien einige Tage im Eileiter verweilen können, bis sie die gesprungene Eizelle befruchten.

 

 Anschließend folgt die Lutealphase. Dabei wandelt sich der Follikel in den sogenannten Gelbkörper um und produziert das Hormon Progesteron. Wenn die Befruchtung der Eizelle erfolgreich war, produziert der entstandene Embryo das Hormon beta-HCG. Damit wird dem Gelbkörper signalisiert weiterhin das Hormon Progesteron zu produzieren um die Aufrechterhaltung der Schwangerschaft zu unterstützen. 

 

War die Befruchtung nicht erfolgreich, wird demnach kein beta-HCG gebildet und der Progesteronspiegel sinkt ab. Dies führt wiederum bereits zum Abbau der Gebärmutterschleimhaut und es kommt zur letzten Zyklusphase, der Menstruation. Diese signalisiert den Anfang und das Ende deines Zyklus und dauert ca. 3-6 Tage.

 

Aber wie erkennst du jetzt, wann du in welcher Phase deines Zyklus bist?

Es gibt einige sogenannte „fruchtbare Körperzeichen“, die darauf hinweisen, in welcher Zyklusphase du dich gerade befindest. Zu diesen Zeichen gehört zum Beispiel die Basaltemperatur. Diese beschreibt deine morgendliche Aufwachtemperatur und kann oral, rektal oder vaginal gemessen werden. Sie steigt um deinen Eisprung um ca. 0,2-0,5°C an, bleibt danach noch ein paar Tage erhöht und sinkt gegen Ende des Zyklus wieder ab. Diese Methode ist jedoch nur über einen längeren Zeitraum auswertbar und muss konsequent durchgeführt werden.

 

Eine etwas kurzfristigere Methode ist die Beurteilung deines Zervixschleims. Denn dieser wird in der Zeit vor dem Eisprung vermehrt produziert und verflüssigt sich etwas. Dadurch gelangt er vom Gebärmutterhals zur Vulva und lässt sich somit recht einfach beurteilen. Der Zervixschleim ist anfänglich eher weißlich, dicklich und wird im Verlauf klarer und dehnbar. Nach deinem Eisprung verschwindet er wieder.

 


Als weiteres fruchtbares Körperzeichen kann man die Veränderung des Gebärmutterhalses und Muttermundes mit einbeziehen. Denn der Gebärmutterhals wird vor dem Eisprung weicher und der Muttermund öffnet sich leicht, um den Spermien den Eintritt in die Gebärmutter zu erleichtern. Um dies verlässlich zu ertasten und zu beurteilen, braucht es jedoch viel Übung und Erfahrung.


Ebenfalls kannst du um deinen Eisprung eine verstärkte Libido und eine Veränderung der Brustempfindlichkeit bemerken.

 


All diese Methoden können dir also dabei helfen herauszufinden, wann dein Eisprung ist. Dein fruchtbarer Zeitraum lässt sich dann auf die Tage vor deinem Eisprung festlegen. Um die Chance auf eine Schwangerschaft zu erhöhen, solltet ihr also versuchen in den Tagen vor dem Eisprung Sex zu haben.

 

Das Thema Kinderwunsch ist natürlich auch auf emotionaler Ebene sehr komplex und herausfordernd. Versucht dabei auf das zu achten, was euch gut tut. Leider ist es in der Gesellschaft heutzutage immer noch eher ein Tabuthema und es wird selten offen darüber gesprochen. Wenn ihr aber das Bedürfnis habt mit Freunden, Familie oder Fachpersonal in dieser Zeit zu sprechen, dann scheut euch nicht davor, nur weil Andere es vielleicht nicht tun (oder es nur nicht offen kommunizieren).

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