Ernährung bei Kinderwunsch
Bedeutung gesunder Ernährung für den Kinderwunsch Eine gesunde Ernährung spielt eine bedeutende Rolle in der Kinderwunsch-Phase. Sie hält euren Körper nicht nur gesund, sondern kann auch durch bestimmte Lebensmittel die...
Wenn dein Baby ein paar Monate alt ist, wird das Thema Beikost langsam immer präsenter. Vielleicht haben dich Freunde, Familie oder deine Kinderärztin/ dein Kinderarzt bereits gefragt, ob dein Kind schon Brei oder festere Nahrung isst. Oder vielleicht freust du dich auch selbst einfach schon darauf mit deinem Kind den nächsten Schritt in der Entwicklung zu machen und der Milch nach und nach noch etwas „beizugeben“. Daher kommt im Übrigen der Name für Beikost.
Im Blogartikel "Einführung der BREIkost" haben wir uns schon angeschaut, wann der beste Zeitpunkt für den Beikoststart ist und wie man mit der BREIkost beginnt. Neben der Methode „BREIkost“ lässt sich festere Nahrung aber auch mit der „Baby led weaning“ Methode (BLW) einführen. Was das genau ist, welche Vor- und Nachteile es im Vergleich zur BREIkost hat und was man beachten sollte, erkläre ich euch heute in diesem Blogartikel.
Baby led weaning heißt übersetzt „babygeführte Entwöhnung“ und beschreibt damit auch schon die Kernintention dieser Methode. Dein Baby bestimmt selbst, was und vor allem wie schnell es isst und sich damit langsam von der Milchnahrung „entwöhnt“.
Dabei gibst du deinem Kind weiches, greifbares Fingerfood, mit dem es am Anfang vor allem erstmal herumspielen und es erkunden kann. Das Essen ist schon von Beginn an sehr an den Familientisch angelehnt und damit eine abgespeckte Form eures Essens. Somit erhält dein Kind die Möglichkeit eigenständig und selbstbestimmt einen Geschmack und ein Gefühl für festere Nahrung zu entwickeln.
Der Schwerpunkt liegt also darauf, dass dein Baby verschiedene Lebensmittel mit all seinen Sinnen entdecken kann. Zugegebenermaßen kann dies manchmal zu einer Sauerei am Esstisch führen – aber darauf kann man sich z.B. mit Unterlagen und Lätzchen sehr gut vorbereiten. Und ich verspreche euch, dass es nicht nur den Kindern, sondern auch den Eltern viel Spaß macht!
Wie oben schon beschrieben, steht vor allem der Spaß und die Selbstbestimmtheit der Kinder im Vordergrund. Dies führt dazu, dass das Essen von Beginn an positiv behaftet ist und die Kinder nicht so schnell frustriert sind, sondern neugierig bleiben.
Es stärkt aber vor allem auch das Selbstvertrauen, die Selbstständigkeit und die Kinder fühlen sich mehr zugehörig, da sie von Beginn an das essen, was ihr als Eltern und eventuell die Geschwister essen. Außerdem wird durch die Nutzung der Finger die Entwicklung der motorischen Fähigkeiten unterstützt und zum Beispiel das gezielte Greifen und der sogenannte Pinzettengriff geübt.
Die Gesichtsmuskeln werden ebenfalls gestärkt, sowie die Gaumen- und Kieferentwicklung unterstützt, da die Nahrung noch Textur hat und so mehr „gekaut“, geschluckt, geleckt und gesaugt werden muss.
Studien belegen ebenfalls, dass Kinder die mit BLW Beikost bekommen eine bessere Appetitkontrolle haben und deshalb im späteren Leben weniger oft an Übergewicht leiden.
Auf der anderen Seite ist die Übergangs- und Entwöhnungsphase bei BLW meist deutlich länger, da es länger braucht, bis die Menge, die im Magen der Kinder landet, auch satt macht. Dadurch kann sich aber wiederum der Darm sehr schonend an die Nahrungsumstellung gewöhnen. Und wir möchten im ersten Lebensjahr nicht die Still- oder Flaschenmahlzeiten ersetzen.
In meinen Betreungen erlebe ich es oft, dass die Eltern bei BLW Angst vor dem Verschlucken haben. Da kann ich euch aber beruhigen, denn Studien zeigen, dass es keinen signifikanten Unterschied der beiden Methoden in Bezug auf Verschluckungsgefahr gibt. Solange man die richtigen Lebensmittel und vor allem -strukturen verwendet und ihr euer Kind beim Essen immer beaufsichtigt, ist die Verschluckungsgefahr sehr gering.
Es kann sein, dass euch gerade zu Beginn der Beikostzeit der Würgereflex häufiger begegnet. Dies ist aber ein sehr guter Schutzmechanismus, damit es gar nicht zum Verschlucken kommt und zeigt nicht, dass euer Kind nicht bereit für die Beikost ist oder ihm das Essen nicht schmeckt. Und nach ein paar Wochen nimmt das Würgen auch ab, da euer Baby lernt, zu große Stücke mit der Zunge wieder rauszuschieben. Es gehört quasi zum Lernprozess dazu.
Hier gibt es drei Regeln: Wenn dein Baby würgt, wird nicht in den Mund gegriffen (das kann dazu führen, dass das Baby das Stück tief einatmet), es wird nicht auf den Rücken geklopft (Würgen und Husten ist der beste Reflex und sollte nicht mit Rückenklopfern unterbrochen werden) und ihr versucht nicht erschrocken oder panisch zu schauen (das macht eurem Baby Angst und verknüpft das Essen mit falschen Emotionen).
Ich weiß, das Würgen kann wirklich beängstigend sein, vor allem weil sie nicht selten mal Erbrechen, aber es wird schnell besser und gehört zum Lernprozess dazu.
Nichtsdestotrotz empfehle ich zum Beikoststart immer einen Erste-Hilfe-Kurs für Säuglinge und Kinder zu besuchen. Denn es ist wichtig zu wissen, wie man im Ernstfall vorgeht - und das gilt für Brei UND BLW.
Wenn wir uns jetzt die Breikost nochmal genauer anschauen, tauchen auch hier einige Vor- und Nachteile auf. Dass es bei der Breikost einen strikten Plan gibt, kann euch helfen und Sicherheit geben. Außerdem kann man meist besser einschätzen, wie viel euer Kind gegessen hat, da ihr als Eltern durch das Löffel geben die Kontrolle habt. Dies ist aber wiederum ein großer Kritikpunkt bei der Breikost. Denn die Selbstbestimmung eures Babys ist dabei sehr gering.
Wenn ihr euch dazu entscheidet Brei zu füttern, ist es sehr wichtig, dass ihr dies respektvoll tut. Das bedeutet euer Kind sollte nicht durch Spielchen o.ä. abgelenkt werden, damit es isst. Und ihr solltet mit dem Löffelchen immer warten, bis euer Kind ganz eigenständig den Mund auf macht.
Wenn ihr dies beachtet, kann euch Breikost zum Beispiel eine gezieltere Nährstoffzufuhr bieten, da ihr im Brei leichter etwas unterrühren könnt. Allerdings schaut das Essen püriert oft gleich aus und schmeckt ähnlich. Somit haben die Kinder weniger Sinneserfahrungen und können die einzelnen Nahrungsmittel schlecht mit dem jeweiligen Geschmack verknüpfen. Dies erfolgt dann erst mit ca. einem Jahr, wenn dann die Umstellung von der Beikost zum Essen am Familientisch ansteht.
Wie ihr seht, bringen beide Methoden Vor- und Nachteile mit sich. Der zentrale Punkt für mich findet sich in der Selbstbestimmtheit der Kinder. Wollt ihr diese und die Eigenständigkeit eures Kindes von Beginn an fördern, dann ist BLW vermutlich die richtige Methode für euch. Behaltet ihr gerne die Kontrolle, dann geht ihr den Weg vielleicht mit der Breikost.
Jede Familie sollte natürlich nach guter Aufklärung und Information selbst entscheiden, welche Form von Beikost für sie die Richtige ist. Eine Mischung aus beiden Varianten ist dabei natürlich ebenfalls möglich. Wichtig ist dabei, dass ihr euch nicht unter Druck setzen lasst und das Tempo eures Kindes mitgeht. Es entscheidet selbst was, wann und wie schnell gegessen wird.
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