Ernährung bei Kinderwunsch
Bedeutung gesunder Ernährung für den Kinderwunsch Eine gesunde Ernährung spielt eine bedeutende Rolle in der Kinderwunsch-Phase. Sie hält euren Körper nicht nur gesund, sondern kann auch durch bestimmte Lebensmittel die...
Beikost bildet eine Zwischenstufe zur Ernährung am Familientisch
Wann beginne ich mit Beikost? Ist mein Kind schon bereit? Muss ich auf etwas achten? Sind alle Lebensmittel erlaubt? Wie bereite ich die Mahlzeiten zu? Hier gibt es die Antworten!
In diesem Beitrag beleuchte ich die Beikost mit Brei. Es gibt auch die Möglichkeit, gleich feste Nahrung anzubieten, das nennt sich Baby Led Weaning (kurz: BLW). Informiere dich gerne über beide Möglichkeiten, BLW bietet deinem Baby sehr viele Vorteile. Aber nicht jede Mama fühlt sich mit BLW wohl, deshalb ist es vollkommen fein, wenn du dein Baby erstmal Brei als Beikost anbietest und rund um den 11. Monat in die Familienkost mit fester Nahrung startest.
Bevor du mit Beikost startest, besuche unbedingt einen Erste-Hilfe-Kurs für Säuglinge und Kinder. Auch an Brei können sich Kinder stark verschlucken und du solltest wissen, was du im Notfall zu tun hast.
Und jetzt starten wir mit den Löffelzeichen. Zu Beginn darfst du nämlich mit der Löffelzeichen-Checkliste prüfen, ob dein Kind bereit für das neue Abenteuer ist!
Die sogenannten "Löffelzeichen" zeigen dir ob dein Kind schon bereit ist. Diese sieben Punkte zeigen es dir:
Von Kind zu Kind ist der Zeitpunkt unterschiedlich. Wichtig ist, dass die Beikost keinesfalls vor dem abgeschlossenen 4. Lebensmonat begonnen wird, da der Darm und die Niere noch nicht weit genug entwickelt sind.
Empfehlung: Frühestens ab Beginn des 6. Lebensmonat
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt, mit der Beikosteinführung frühestens ab dem vollendeten 6. Lebensmonat zu beginnen, wenn bestimmte Reifezeichen erfüllt sind. Diese sogenannten Beikostreifezeichen sind Signale dafür, dass das Kind entwicklungsneurologisch, motorisch und physiologisch bereit ist, neben Muttermilch oder Säuglingsnahrung auch feste Nahrung aufzunehmen.
Das sind die Reifezeichen:
Diese Zeichen sollten alle gleichzeitig erfüllt sein, bevor mit Beikost begonnen wird. Es handelt sich um individuelle Entwicklungsmerkmale, weshalb der genaue Zeitpunkt der Beikostreife von Kind zu Kind unterschiedlich sein kann – oft zwischen dem 5. und 7. Lebensmonat.
Schritt für Schritt wird zur Still- und/oder Flaschennahrung Brei beigegeben. Nicht um die Milchmahlzeiten zu ersetzen, sondern zusätzlich Nährstoffe anzubieten. Es gibt den sogenannten Brei-Fahrplan. Er schlägt drei Breie vor, die alle Nährstoffe abdecken und zu bestimmten Zeiten gegeben werden. Genau genommen muss man sich aber nicht an die Zeiten halten. Es macht Sinn, Mittags zu beginnen, damit der Darm nachts nicht mit der neuen Nahrung beschäftigt ist, aber an sich, wenn das Baby über längere Zeit Brei bekommen hat, kann man die Breie wild durchmixen - in ihrer Zusammensetzung und in den Tageszeigen. Nehme dir Zeit, lies dich ein und koche die Mahlzeiten auf Vorrat. Portioniere die vorgekochten Breie in kleine Töpfchen und friere sie ein. Über Nacht kannst du sie dann im Kühlschrank für den nächsten Tag auftauen und vor der Mahlzeit in einem Wasserbad behutsam erwärmen. Denke daran, Vitamine mögen keine Hitze! Gare das Gemüse immer im geschlossenen Topf bis es weich aber noch bissfest ist.
Garen, nicht kochen!
Beginne die ersten Tage mit einem reinen Gemüsebrei und 1 EL Öl. Füttere nur 3-4 Löffel, damit Magen und Darm sich daran gewöhnen können und die ersten Schwierigkeiten mit der Löffelfütterung überwunden sind. Steigere jeden Tag die Menge, bis dein Kind keine Milchmahlzeit mehr einfordert. Führe schrittweise und behutsam nach und nach neue Lebensmittel ein. Erbrechen, Blähungen, Hautausschlag oder Durchfall können auf eine Unverträglichkeit hinweisen - sprich hier umgehend mit deiner Hebamme oder deiner Kinderärztin bzw. deinem Kinderarzt.
Grundrezept
Gemüse
Wechsle hier sehr gerne durch, damit dein Baby jeden Tag oder jeden zweiten Tag eine andere Sorte hat. Wir sprechen hier auch gerne von den Regenbogen-Farben. Fütterst du die Farben eines Regenbogens, greifst du die meisten Nährstoffe ab, deshalb: bring Abwechslung ins Gemüse.
Fleisch/Fisch
15% der Mahlzeit sollte Fleisch enthalten, da das enthaltene Eisen sehr wichtig für die Entwicklung deines Kindes ist. Du kannst zwischen Geflügel- und Rindfleisch wechseln. Füttere deinem Kind 4x pro Woche 20-30 Gramm mageres Fleisch.
Zweimal pro Woche sollte der Mittagsbrei 20-30 Gramm fettreichen Fisch enthalten.
Wertvolles Fett
Gib dem Brei gerne Fett zu. Wenn dein Kind keine Milch mehr nach der Mahlzeit verlangt, dann sollte der Brei mindestens 5% Fett enthalten. Die besten Fettquellen für Babys sind:
hochwertige Öle (1 EL), ein Stück Butter oder Ghee und natürliche Fette wie Avocado oder Nussmus.
Kohlenhydrate
Hier eignet sich sehr gut die Kartoffel. Du kannst aber auch erstmal auf die Kartoffel verzichten, da wir ja primär im ersten Lebensjahr nicht die Still- oder Flaschenmahlzeit ersetzen möchten, sondern nur Nährstoffe zugeben möchten.
Zusammengefasst:
1. Woche: reiner Gemüsebrei + 1 Esslöffel Öl/ein Stück Butter oder Ghee
2. Woche: Gemüsebrei mit neuen Gemüsesorten + 1 Esslöffel Öl/ein Stück Butter oder Ghee + eventuell Kartoffel, falls gewünscht
3. Woche: Gemüsebrei mit weiterer neuer Gemüsesorte + 1 Esslöffel Öl/ein Stück Butter oder Ghee + eventuell Kartoffel, falls gewünscht + 4x 20-30g Fleisch und 2x20-30g fettreichen Fisch
Der Mittagsbrei ist ein guter Lieferant an Eisen, Zink, mehrfach ungesättigten Fettsäuren und Vitaminen!
Lass deinem Baby alle Zeit die es braucht. Manche Kinder essen die Menge innerhalb von 2 Wochen, andere erst nach zwei Monaten oder mehr.
Nach den ersten 4–6 Wochen mit der Mittagsmahlzeit kann die Abendmahlzeit eingeführt werden. Dabei handelt es sich klassisch um einen Milch-Getreide-Brei.
Wichtig ist jedoch: Dieser Ablauf ist nur eine Orientierung. Du darfst auch früher einen Abendbrei anbieten, wenn dein Baby bereits Interesse zeigt und gut mitisst.
Der klassische Abendbrei besteht aus Milch und Getreide.
Grundrezept
Getreide
Hier ist pro Mahlzeit eine Sorte ausreichend. Verwende Vollkorn-Getreideflocken wie beispielsweise Hirse oder Grieß.
Milch
Du kannst den Brei mit Muttermilch, PRE-Nahrung oder mit 3,5% fetthaltiger Milch anrühren. Die Kuhmilch darf ausschließlich zum Anrühren des Breis verwendet werden, da das Kuhmilcheiweiß durch das Getreide gebunden wird.
Auf Öl kann hier verzichtet werden, da die Milch ausreichend Fett besitzt.
Weitere 4 Wochen später nach der Einführung des Abendbreies wird auch die Nachmittagsmahlzeit angeboten. Aber wie gesagt, du bist unabhängig in Zeit und Reihenfolge.
Grundrezept
Wasser
Getreideflocken in kaltes Wasser einrühren und aufkochen. Grieß in kochendes Wasser einrühren.
Getreide
Verwende auch hier Vollkorngetreide oder Grieß.
Obstmus
Obst pürieren und in das Getreide einrühren
Öl
1 Esslöffel kaltgepresstes Öl, oder ein Stück Butter/Ghee als Fettzugabe
Ab dem 11. Lebensmonat darf auch eine Frühstücksmahlzeit angeboten werden. Hier darfst du erfinderisch sein. Das Frühstück sollte Milch, Obst, Getreide und Fett beinhalten.
Ab dem 12. Lebensmonat darf dein Kind auch eine kleine Portion Vollmilch zum Frühstück trinken.
Ab dem 1. Lebensjahr darf dein dann Kind am Familientisch teilnehmen und mitessen!
Obst/Gemüse
Bis zum 8. Lebensmonat das Obst kochen, danach darf dein Kind es roh zu sich nehmen.
Honig
Absolutes Honig-Verbot vor dem 1. Lebensjahr! Der Honig enthält das Bakterium Clostridium Botulinum, an dem die Kinder durch ihren unreifen Darm schwer erkranken können.
Salz
Setzte keinerlei Mahlzeiten Salz hinzu.
Salat
Gib deinem Kind Salat nur als Püree.
Hülsenfrüchte
Hülsenfrüchte bitte zerdrücken!
Reis, Reiswaffeln, Lauge
Diese 3 Lebensmittel haben zu viel Salz! Verzichte bitte darauf!
Die Beikost-Phase ermöglicht eine lebenslange Geschmacksprägung auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung!
Biete deinem Baby ruhig schon etwas Wasser zum Beikoststart (ab vollendetem 6. Monat) an. Dein Baby braucht etwas, bis es lernt aus einem Becher oder einer Tasse zu trinken. Verzichte auf Schnabeltassen oder Nuckelflaschen und bringe ihm gleich bei, wie man aus einem Becher oder einer Tasse/einem Glas trinkt. Am besten machst du das Gefäß randvoll und legst es an die Lippen deines Babys, damit es lernt, das Wasser "anzusaugen". Trinken muss es erst, wenn es den 3. Brei isst. Bis dahin stillst du es ja noch und es darf das Wasser trinken kennenlernen.
Ich wünsche dir viel Spaß beim Ausprobieren und Kochen!
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